Deutsch-französische Freundschaft lebendig gehalten: Gäste aus Cerisy-la-Forêt zu Besuch in Scharmede
Vom 24. bis 27. Juli 2026 war in Scharmede wieder echte deutsch-französische Freundschaft
zu spüren: 45 Gäste aus der Partnergemeinde Cerisy-la-Forêt in der Normandie kamen zur
„Jumelage“ nach Scharmede und wurden herzlich empfangen. Der Besuch zeigte einmal
mehr, wie lebendig die Partnerschaft zwischen beiden Gemeinden ist und wie sehr persönliche
Begegnungen das europäische Miteinander stärken.
Der gemeinsame Ausflug am Samstag führte in die Hansestadt Soest. Besonders der Besuch
der Französischen Kapelle in der Gedenkstätte „Colonel-BEM-Adam-Kaserne“ hinterließ bei
den deutsch-französischen Gästen einen bleibenden Eindruck. Die Kapelle gilt als
außergewöhnliches Kunstwerk von europäischer Dimension und erinnert bis heute an das
religiöse Empfinden der dort fünf Jahre lang festgehaltenen Franzosen.
Der Sonntag stand im Zeichen des gemeinsamen Gottesdienstes und des Gedenkens an die Gefallenen der Weltkriege am Ehrenmal. Für einen bewegenden Moment in der Messe sorgte der neue französische Bürgermeister der Partnergemeinde, Michel Goupil, als er das „Halleluja“ intonierte – mit textlichem Bezug auf den Heiligen Vigor von Bayeux, der die erste
Abtei in Cerisy-la-Forêt gründete.
In der Predigt und in den Grußworten der Vertreterinnen und Vertreter der Partnerschaftskomitees und Gemeinden wurde deutlich: Die Begegnungen der Menschen und die gemeinsamen Erinnerungen sind vielleicht das beste Friedensprojekt überhaupt – und
damit eine wichtige Grundlage freier Gesellschaften. Unsere freie Gesellschaft ist keine Selbstverständlichkeit mehr. In diesem Sinne wurde auf das Buch von Matthias Brandt „Nein sagen“ Bezug genommen: Matthias Brandt mahnt an, dass unser demokratisches System
darauf baut, dass wir uns alle einmischen, dass wir uns zu Wort melden – und zwar, ohne die anderen niederzubrüllen. Er führt aus, dass Widerstand gegen Unrecht mit der persönlichen Entscheidung im Alltag beginnt, rechtzeitig zu widersprechen und aufmerksam zu sein für die frühen Signale: für Sprache, die Menschen entwertet, für Ideologien, die sich unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit einschleichen, und für Bewegungen, denen es nicht um Lösungen geht, sondern um Zerstörung.
Städtepartnerschaften können diese Haltung stärken.
Dass solche Begegnungen möglich bleiben, ist auch der finanziellen Unterstützung des Deutsch-Französischen Bürgerfonds zu verdanken. Sein aktuelles Motto lautet: „Demokratie lernen, stärken, leben“. Städtepartnerschaften machen Demokratie konkret erfahrbar: Sie entstehen dort, wo Menschen einander zuhören, Unterschiede aushalten, Vorurteile überwinden und gemeinsam handeln.
Weitere Unterstützung erhielt die Partnerschaft Scharmede – Cerisy-la-Forêt durch die Stadt Salzkotten, die Bürgerstiftung Salzkotten und die VerbundVolksbank OWL. Ohne diese Hilfe wären die Durchführung und Weiterentwicklung von Städtepartnerschaften deutlich
schwieriger.
Am frühen Montagmorgen hieß es schließlich Abschied nehmen – nicht ohne Tränen, aber mit großer Vorfreude auf das Wiedersehen. Der Gegenbesuch in der Normandie findet im nächsten Jahr vom 23. bis 26.07.2027 statt. So wird die Freundschaft zwischen Scharmede
und Cerisy-la-Forêt weiterleben.