Scharmede und Cerisy-la-Forêt feiern 50 jähriges Bestehen der Partnerschaft
Scharmede und Cerisy-la-Forêt feiern 50 jähriges Bestehen der Partnerschaft
Am letzten Wochenende des Juli feierten Scharmeder mit ihren Freunden in Cerisy-la-Forêt das 50 jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen diesen beiden Orten. Dazu hatten sich 53 Personen auf den Weg gemacht sowie zusätzlich 28 Musiker der Musikkapelle Jugendlust mit ihren Partnern. Zur Reisegruppe gehörte auch Bürgermeister Ullrich Berger mit seiner Ehefrau Angelika sowie Pastor Rainer Vorsmann.
Die Scharmeder kamen gegen 19 Uhr in Cerisy an und wurden in der Nähe der Abteikirche am Teich der Mönche aufs Herzlichste empfangen. Jeder erhielt zum Zeichen des Jubiläums einen Button mit dem Logo des Jubiläums. Die Musiker waren in einem Hotel in St. Lô untergebracht, alle anderen in Familien.
Am Samstagmorgen starteten alle nach Granville, wo auf dem Schiff „Belle France“ zuerst ein Buffet angerichtet worden war und wo man mit einsetzender Flut zu einer Bootstour durch die Bucht des Mont St. Michel aufbrach. Danach war noch etwas Zeit für einen kleinen Stadtbummel.
Am Abend traf man sich wieder im Festsaal des Nachbarortes St. Marguerite d’Elle, weil der Festsaal in Cerisy-la-Foret gerade renoviert wird. Dieser Saal war festlich geschmückt, die Musik hatte sich auf der Bühne aufgebaut und nach der Begrüßung der Gäste durch den Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees von Cerisy, Alain Ledoux, zeigte Benoit Helaine zuerst eine Videocollage, die die Partnerschaft beleuchtete. Der Titel lautete: „Die Baskenmütze verbindet“. Das Video begann mit einer Szene in der Schule von Cerisy, in welcher der ehemalige Lehrer von Cerisy, Francis Levavasseur, seinen Schülern die richtige Aussprache des Namens „Scharmede“ beibringen wollte. Aus der Schulklasse flog dabei eine Baskenmütze nach draußen und diese Baskenmütze durchlief viele Stationen, die zuvor in einzelnen Sequenzen zusammengestellt worden waren. Dieses Video brachte die Stimmung gleich auf Hochtouren. Der Musik gelang es, diese Hochstimmung durch den ganzen Abend zu tragen, die große Spielfreude war den Musikern anzumerken. In den Pausen wurde ein außerordentlich reichhaltiges und vielfältiges Buffet gereicht.
Der Sonntagmorgen begann mit dem Pflanzen eines „Baumes der Hoffnung“ im Garten der Abteikirche. Die Vorsitzenden der beiden Partnerschaftskomitees nahmen diese Aktion vor, die durch das Abspielen der Europa-Hymne abgeschlossen wurde. Danach ging es in die Abteikirche, in welcher ein Arbeitskreis eine Messe vorbereitet hatte, die durch die Musikkapelle Jugendlust begleitet wurde. Neben dem zuständigen Geistlichen Abbé Lambert und den Diakonen Malo Perrin und Christian Godard zelebrierte auch Pastor Rainer Vorsmann diese Messe mit. In seiner Predigt ging Diakon Perrin auf die Bedeutung des Elysee-Vertrages von 1963 ein, der ein neues Kapitel in den Beziehungen unserer beiden Länder aufgeschlagen hat, indem er die Versöhnung und Verständigung nach vorne gestellt hat. Nach der Messe trafen sich viele Freunde und Bekannte wieder und tauschten Neuigkeiten und Grüße aus. Abschließend ging es auf den zentralen Platz von Cerisy zu einem Gedenkstein, an welchem Blumengebinde niedergelegt wurden.
Bürgermeister Jean-Pierre Ledouit erinnerte dabei daran, dass der Abschluss des deutsch-französischen Vertrages durch De Gaulle und Adenauer ein historischer Moment gewesen sei. Er merkte an, dass das deutsch-französische Verhältnis, das einmal die Lokomotive Europas gewesen, nicht mehr so kraftvoll sei wie einst. Gleichwohl sei zu beobachten, dass Flüchtende immer noch hier Schutz suchen und nicht in Ländern wie China, Iran, Russland oder Nordkorea. Er rief dazu auf, im nächsten Jahr bei der Europa-Wahl solche Parteien zu wählen, die die besonderen Werte Europas verteidigen.
Bürgermeister Ullrich Berger aus Salzkotten betonte, dass Urkunden schnell unterschrieben seien, es aber etwas anders sei, sie mit Leben zu füllen. Die seit 50 Jahren gelebte Freundschaft zwischen Cerisy-la-Forêt und Scharmede sei auch ein Vorbild für die große Politik. Denn wenn auf Basis von Städtepartnerschaften tiefe Freundschaften entstehen, falle es Diktatoren immer schwerer, Kriege zu führen. Er bedankte sich ausdrücklich bei den beiden Partnerschaftskomitees für ihren Einsatz für den Frieden.
Der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees in Cerisy, Alain Ledoux, hob hervor, dass erst 28 Jahre vergehen mussten, bevor die Wunden und Verletzungen des Krieges soweit überwunden waren, dass zwei Männer mit einem großen Herzen es wagen konnten, ein brüderliches Band zwischen unseren Völkern zu weben. Für diesen Mut und Einsatz sei ein großes „Dankeschön, Merci“ auszusprechen.
Nach den ersten Reden lockerte die Musikkapelle aus Scharmede die Situation auf, bevor Rudolf Weinstock, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees in Scharmede, darauf verwies, dass der lange Zeit im Vordergrund stehende Hass zwischen den Völkern nunmehr durch Freundschaften abgelöst worden sei. Ferner erinnerte er daran, dass im Jahr 1973 beim Abschluss des Partnerschaftsvertrages Kriegsteilnehmer aus Scharmede und der damalige Bürgermeister von Cerisy, Lucien Godin, sich geschworen hätten: „Nie wieder Krieg“. Ein Schwur, der auch heute noch von großer Bedeutung sei.
Nicole Godard, Abgeordnete des Departements, wünschte der Partnerschaft ein gutes Wachstum, genauso, wie sie es dem Baum der Hoffnung wünschte, der zuvor gepflanzt worden war. Sie wünschte, dass Kinder später die Früchte des Baumes und der Partnerschaft ernten mögen.
Philippe Gosselin, Abgeordneter des Departements Manche, berichtete, dass er an diesem Morgen bereits eine Veranstaltung eines Infanterieregiments „Indian Head“ besucht habe, die an der Befreiung des Gebietes der Elle beteiligt war. Es sei aber besonders schön zu sehen, dass hier das 50jährige Bestehen einer Partnerschaft zwischen zwei Orten gefeiert werden könne und zu sehen, dass diese zu tiefen Freundschaften geführt habe.
Philippe Bas, Senator der des Departements Manche in Paris, hob hervor, dass auf der Grundlage der Idee der Verständigung, die General de Gaulle mit dem Kanzler Konrad Adenauer mit dem Elysee-Vertrag vereinbart hatte, Frieden und Freundschaft zwischen unseren Völkern entstanden sei. Wenn dieser Friede zwischen Völkern erarbeitet, bearbeitet und gepflegt werden, werden gleichzeitig Diktaturen verhindert.
Im Anschluss an die Reden überreichte Philippe Bas Herrn Francis Levavasseur die Medaille des Senats der Republik Frankreich und Philippe Gosselin Herrn Rudolf Weinstock eine Medaille der Nationalversammlung der Republik Frankreich, jeweils für ihre langjährigen Verdienste um die Partnerschaften.
Auf dem Weg zurück zum Teich der Mönche machte man einen Halt am Eingang der Avenue de Scharmede, an welcher ein zusätzliches Schild angebracht worden war mit dem Hinweis auf das 50jährige Bestehen der Partnerschaft sowie dem Satz von Friedrich Schiller: „Alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt.“
Beim gemeinsamen Essen am Teich der Mönche konnten dann Erinnerungen ausgetauscht werden, an einer Stellwand waren wichtige Stationen der Partnerschaft in Wort und Bild dokumentiert und in einer Fotobox konnten Erinnerungsfotos geschossen werden, die mit dem Logo des Jubiläums versehen wurden. Zum Abschluss des Nachmittags der Begegnung gab es in der voll besetzten Abteikirche noch ein Chorkonzert von den beiden Chören „La Suzannaise“ und “Le Choeur d’Elle“.
Am Montagmorgen ging es dann schon wieder zurück, nicht ohne ein Gruppenfoto vor er Abteikirche zu machen. Die Scharmeder waren überwältigt von der Herzlichkeit dieses Aufenthal

