Warum gibt es die Schützenbruderschaft? Welche Geschichten ranken sich um die Piepenbrügge? Seit wann gibt es die Gaststätten im Dorf? Was bedeuten die Symbole im Torbogen der Sparkasse? Diese und andere Fragen zu beantworten, liegt der Ortsheimatpflegerin Gertrud Pötting am Herzen, denn schon Wilhelm von Humboldt sagte: „Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft!“
Deshalb veranstaltete der Bürger- und Heimatverein Scharmede am vergangenen Freitag einen Dorfrundgang, zu dem trotz der Hitze ca. 50 Interessierte gekommen waren.Um alles gut verstehen zu können, stellte Paul Richter sein FFG (Fußgruppenführungsgerät) zur Verfügung. Geschichtliche Hintergründe der Kirche, des Schultenhofes sowie der alten Schule wusste der Ehrenvorsitzende Heinz-Josef Clauß darzustellen. Anekdoten und Geschichten, erzählt von Joseph Wellige, Dieter Gees, Gertrud und Kilian Pötting brachten die Zuhörer zum Schmunzeln. Ein Dorfquiz sorgte dafür, dass auch die Kinder interessiert zuhörten. Bei dem Gang durch Scharmede versorgte die Gaststätte Wiehmeier alle mit kalten Getränken, wobei sofort Erinnerungen an die alte Laube ausgetauscht wurden.
In der alten Deele von Agatha Kirchhoff wurde man mit Knabbereien und selbstgemachtem Eierlikör überrascht und es war ein wenig Stolz zu bemerken,als sie die 100-jährige Mangel präsentierte, die heute immer noch („wenn die grüne Tonne rauskommt“) in Betrieb ist.
In gemütlicher Runde unter der Eiche auf dem Vauß-Hof wurde noch bis Mitternacht geklönt und alle waren sich einig, dass es Fortsetzungen geben soll.
Wer nicht dabei war, sich aber dennoch für die Dorfgeschichte interessiert, kann sich bei einem Spaziergang selbst an den neuen Erläuterungstafeln einen Einblick verschaffen. In kurzen Texten, oft versehen mit Zeichnungen von Theo Hüppmeier und Kilian Pötting, wird an historischen Stätten Vergangenheit lebendig. In den nächsten Jahren sollen die Tafeln ergänzt werden, deren einzelne Standorte auf den Seiten den Heimatsvereins auf www.scharmede.de zufinden sind.
